Wozu?

Wozu dezentral belüften?

Das Problem

Mit der Einführung von Zentralheizungen wurde die Wärmeerzeugung aus dem Wohnbereich herausgenommen. Die Zuführung von Frischluft für Heizungen über den Wohnbereich war nicht mehr erforderlich und wurde zum verbesserten Schutz der Nutzer nach außen verlegt. Auf der Grundlage dieses Konzeptes konnten die Wohnbereiche zur angestrebten Einsparung von Heizkosten deutlich intensiver gedämmt werden.

 

Mit jeder Stufe der Vervollkommnung der Gebäudedämmung ist eine deutliche Erhöhung der Luftfeuchtigkeit um Wohnbereich verbunden. Moderne Einrichtungen, wie Waschmaschinen, Trockner und Duschen fördern diesen Prozess in erheblichen Maßen. Weil feuchte Luft für ihre Erwärmung deutlich mehr Energie benötigt als trockene, steigen die spezifischen Heizkosten trotz perfektionierter Dämmung weiter an. Um die mit diesem Sachverhalt verbundenen Auswirkungen in den Griff zu bekommen, müssen die Wohnbereiche auch in Zeiten kalter Außenluft ausreichend belüftet werden.

 

Aus welchem Grund auch immer setzen Wirtschaft und Politik weiterhin ausschließlich auf Dämmung und eine Trendwende ist weder politisch gewollt noch im Interesse der Baufirmen. Somit obliegt es dem Nutzer eine ausreichende Bilanz zwischen Lüftung und Heizkosten zu realisieren. In realen täglichen Abläufen mit seinen vielfältigen Anforderungen sind die Nutzer von Wohnungen dazu nur bedingt in der Lage. Eine wirkliche Abhilfe können nur, wie bei Heizungen schon seit langem üblich, automatische Belüftungsanlagen erbringen.

 

Im Gegensatz zur Dämmung gibt es gegenüber Belüftungseinrichtungen erhebliche Bedenken in Bezug auf erhöhte Heizkosten. Im diese Bedenken auszuräumen wurde der Begriff „Wärmerückgewinnung“ erschaffen und vermarktet. Er vermeidet, dass die Hersteller von Belüftungssystemen die wirklichen Heizkosteneinsparungen durch die technischen Maßnahmen zur Wärmerückgewinnung nachweisen müssen. Allein die Absenkung der Luftfeuchte durch eine ausreichende Belüftung bewirkt schon eine Reduzierung der Heizkosten. Folglich lohnen sich System zur Wärmerückgewinnung nur, wenn der Eigenverbrauch an Primärenergie geringer ausfällt, als die Einsparung an Wärmeenergie.

 

 

Die Geschichte

Bei der Entwicklung von Dampfmaschinen standen die Entwickler vor der gleichen Herausforderung. Sie gingen davon aus, dass es sich energetisch lohnt, die nach außen abgegebene Abwärme wenigstens teilweise in den Prozess zurück zu koppeln. Versuche die Wärme des Wasserdampfes nach dem Verlassen der Zylinder zur „Vorwärmung“ des Wassers zu nutzen liefen ins Leere, weil der Energieaufwand gegenüber gegenüber der Energieeinsparung viel zu groß war und somit mehr Brennstoff benötigt wurde. Bis ein schottischer Pfarrer den „Stirlingmotor“ entwickelte und erfolgreich in Bergwerken erprobte. Durch einen als „Regenerator“ bezeichneten Wechselstromwärmetauscher ist es ihm gelungen die Abwärme der Verbrennungsgase in den Antriebsprozess zurück zu führen. Bis heute ist der Stirlingmotor die mit Abstand effizienteste Wärmekraftmaschine. Hinzu kommt noch, dass das Stirling Prinzip mit niedrigen Temperaturdifferenzen, wie sie im Wohnbereich auftreten auskommt. Für einfache Motoren reicht allein schon die Handwärme aus.

 

 

Die Lösung

Als erster nutzte in Deutschland die Firma „LTM“ einen Wechselstromwärmetauscher (Regenerator) in einer dezentralen Belüftungseinrichtung. Der Aufbau und besonders der Eigenverbrauch an elektrischer Energie konnten jedoch noch nicht so richtig überzeugen. Erst die konsequente Umsetzung des aus dem Stirlingmotor abgeleiteten Regenerator Prinzip mit Hilfe eines Keramikblockes und eines energetisch optimierten Reversierventilator mit einer spezifischen Leistung von weniger als 0,1 Watt pro Kubikmeter geförderter Luft brachte den Durchbruch. Der von der Firma „inVENTer“ eingeführte Aufbau hat sich als Standard für dezentrale Belüftung mit Wärmerückgewinnung nach dem Regenerator Prinzip durchgesetzt. Die verwendete Keramik aus Abgasreinigungsanlagen war von Anfang an ökonomischen Anforderungen geschuldet. Besonders die linearen Kanäle verbunden mit einer zu geringen Oberfläche beeinträchtigen eine effiziente „Zwischenspeicherung“ der Wärmeenergie der Abluft. Ton in Form von Blähton mit seiner sehr großen Oberfläche und kugelförmiger Struktur wurde schon immer als bevorzugtes Regenerator Füllmaterial angesehen.

 

 

Vorteile von Blähton

Blähton ist ein aus einem natürlichen Stoff mit geringem energetischem Aufwand gewonnenes Produkt mit zunehmender Bedeutung. Zunächst wurde es als Wasserspeicher für Bepflanzungen vermarktet und erfolgreich angewendet. Mit der Zunahme von Problemen bei der Anwendung von Styropor Fassaden begann die wachsende Bedeutung von Blähton für die Wärmedämmung. Die verstärkte Produktion un Nutzung von Blähton senkten die Kosten derartig, das er wieder als Regenerator Füllung attraktiv wurde. Im Gegensatz zu den Keramikblöcken, welche mit hohem energetischem Aufwand unter Verwendung kritischer Materialien hergestellt werden, ist Blähton ökologisch vollkommen unbedenklich.

 

Neben der höheren Effizienz und der Verringerung der Gefahr von „Strömungsdurchbrüchen“ reguliert Blähton die Feuchte der Zuluft und bindet Staub.